Spatenstich in Orth an der Donau –
Sanierung des Marchfeldschutzdamms feierlich eröffnet

 

4.9.2017

<
>


Foto 1, 3 -12: © Alfred Horak
Foto 2: © viadonau/Zinner (V.l.n.r.: viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler, Landeshauptfrau NÖ Johanna Mikl-Leiter, Sektionschefin des bmvit, Ursula Zehner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf)
Text: viadonau-Presseabt

Durch das Hochwasser im Juni 2013 kam es am Marchfeldschutzdamm sowie an denRückstaudämmen zu Sickerwasseraustritten, Aufweichungen und Setzungen. Im Rahmen des Projekts „Hochwasserschutz Donau – Marchfeldschutzdamm“ werden nun die betroffenen Dämme nach dem Stand der Technik saniert und abschnittsweise erhöht. Darüber hinaus werden auch die Schutzanlagen östlich von Wien bei Hainburg und Wolfsthal am rechten Donauufer erneuert. Die Gesamtlänge der betroffenen Hochwasserschutzanlagen beträgt ca. 67 Kilometer. Heute erfolgte im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Sektionschefin des bmvit, Ursula Zechner und den Vertretern der Anrainergemeinden der Spatenstich zum Sanierungsprojekt: Hochwasserschutz Donau – Marchfeldschutzdamm, Hainburg, Wolfsthaler Damm.

Vom alten Dammsystem zum modernen Hochwasserschutz
Der Marchfeldschutzdamm wurde im 19. und 20. Jahrhundert als Homogendamm (nur aus Erdmaterial bestehend) gebaut. Durch die immer wieder auftretenden Hochwässer wurde der Damm im Laufe der Zeit trotz regelmäßiger Wartungs- und Sanierungsmaßnahmen so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass nunmehr eine umfangreiche Generalsanierung samt Anpassung an den Stand der Technikerfolgen muss. Die Sanierungsmaßnahmen umfassen insbesondere:

  • Einbau einer Dichtwand zur Verhinderung einer Durchströmung des Damms,
  • Einbau von Kiessäulen zur Vermeidung eines hydraulischen Grundbruchs auf der Luftseite
  • Ausweisung von land- und wasserseitigen Schutzstreifen längs vom Damm, welche gehölzfrei gehalten werden,
  • sowie eine Aufhöhung in Teilbereichen des bestehenden Damms, damit ein einheitliches Schutzniveau erreicht wird.

Alle notwendigen Sanierungsmaßnahmen werden in einem sehr komplexen Umfeld durchgeführt. So liegen weite Bereiche des Marchfeldschutzdamms in Naturschutzgebieten wie dem Nationalpark Donauauen und Natura-2000-Gebieten. Auch der Donauradweg verläuft direkt auf dem Damm und muss daher während der Bauphase großräumig umgeleitet werden. Die Sanierung des Dammsystems gewährleistet bestmögliche Hochwassersicherheit für rund 30 000 Bürgerinnen und Bürger in 12 Gemeinden in Niederösterreich und Wien.

„In den letzten 15 Jahren haben Hochwässer in Niederösterreich einen Schaden von über 1 Milliarde Euro verursacht. Das ist natürlich eine extremeBelastung für die Betroffenen und für die Einsatzkräfte. Aus diesem Grund ist es uns ein Anliegen, in guter Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Gemeinden die Risiken des Hochwassers zu minimieren und die Sicherheit zu maximieren. Der heutige Spatenstich zur Sanierung des Marchfeldschutzdammes ist jedenfalls ein wichtiges Signal für einen sicheren Weg in die Zukunft“, macht Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner deutlich.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf weist auf die hohe Bedeutung des Hochwasserschutzes hin: „Beim Hochwasser 2013 konnte der Damm nur mit viel Mühe von den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr verteidigt werden, sie haben dabei Großartiges geleistet. Auf den Zusammenhalt in Niederösterreich können wir uns immer verlassen, trotzdem investieren wir weiter kräftig in den Hochwasserschutz, in den letzten 15 Jahren haben wir schon 270 Gemeinden sicherer gemacht. Zusätzlich werden wir heuer noch 25 weitere Projekte im gesamten Land in Angriff nehmen. Das größte davon ist die Sanierung des Marchfeldschutzdammes.“

„Für den Bund ist es ein großes Anliegen, die Bevölkerung, die Infrastruktur und die Betriebe im Hinterland, die den Wirtschaftsmotor Österreichs darstellen, nachhaltig zu schützen. Dafür wird das Projekt Hochwasserschutz Donau, das heute startet, optimale Sicherheit bieten“, betont Ursula Zechner, Leiterin der Sektion Verkehr des bmvit.

Bevorstehende Aktivitäten
Die Bauarbeiten werden im Oktober 2017 mit den bauvorbereitenden Rodungen und den archäologischen Untersuchungen der Waldflächen starten. Wenige Wochen später beginnen dann die Hauptbauarbeiten, bis Ende 2020 sollen die Hochwasserschutzdämme funktionell fertiggestellt werden. Nach Erledigung der Restarbeiten wird die Sanierung der Dammanlage nach dem aktuellen Stand der Technik voraussichtlich bis Ende 2023 vollständig abgeschlossen sein. „Mit den vielen punktgenauen Maßnahmen erreichen wir nicht nur eine bedarfsgerechte Instandhaltung des Dammsystems, sondern auch eine gezielte Modernisierung nach dem Stand der Technik und sind damit bestmöglich gerüstet für künftige Herausforderungen in Sachen Hochwasserschutz in der Region“, erklärt Hans-Peter Hasenbichler, Geschäftsführer von viadonau.

Auftraggeber
Die linksufrigen Dammabschnitte sowie die Hochwasserschutzanlage Hainburg liegen im Zuständigkeitsbereich der Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK). Das Projekt wird von viadonau umgesetzt. Der Witzelsdorfer Rückstaudamm und die Überströmstrecke sind Teile des „Verbesserten Hochwasserschutzes Wien“ im Zuständigkeitsbereich der Stadt Wien und werden von der Wiener Gewässer Management GmbH umgesetzt. Die Sanierung des Wolfsthaler Damms erfolgt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) wird von ebenfalls viadonau durchgeführt.

Über viadonau:
Unsere mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen in der Zentrale im Tech Gate Vienna, an vier Servicecentern und zehn Schleusen entlang der 378 Flusskilometer in Österreich die Naturlandschaft und die Wasserstraße Donau. Ziel ist die behutsame und nachhaltige Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraumes Donau. Für jede Maßnahme und bei jeder Dienstleistung haben wir alle wesentlichen Umwelt-, Sicherheits- und Wirtschaftsaspekte im Auge. Unser Engagement ist somit stets ausgewogen und nachhaltig – für die Natur, für die Menschen am Fluss und für den Standort Österreich. viadonau ist ein Unternehmen des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie.

  > Fenster schließen